Große Permakulturisten


„Ich liebe Gärten. Wenn ich im Garten arbeite oder mich einfach nur dort aufhalte, fühle ich mich wirklich lebendig, als würde mich der Garten mit einer tiefen nahrhaften  Energiequlle verbinden. Der Garten ist und bleibt eine zentrale Quelle positiver und kraftspendender Freude im Leben vieler Menschen, die darum kämpfen, sich in einer stressigen und möglicherweisen verrückten Welt zurechtzufinden und darin zu überleben.“  (GRAHAM BELL, DER PERMAKULTUR-GARTEN)

„Selbstversorgung ist nicht die Rückkehr zu einer idealisierten Vergangenheit, in der die Menschen nach Nahrung mit primitiven Werkzeugen wühlten und sich gegenseitig wegen Hexerei verbrannten. Sie ist ein Vorstoß zu einer neuen und besseren Lebensweise, einem Leben mit mehr Freude als dem überspezialiserten Kreislauf des Büros oder der Fabrik, ein Leben, das Herrausforderung, tägliche Initiative, Abwechslung, gelegentlich großen Erfolg, aber auch bodenlosen Mißerfolg bei der Arbeit bringt, die Bereitschaft zur totalen Verantwortung dessen, was man macht oder nicht macht. Und eine der größten Belohnungen ist die Freude des Zuendeführens jeder Arbeit, vom Aussäen des eigenen Weizens bis zum Essen des eigenen Brotes.“ (JOHN SEYMOUR, LEBEN AUF DEM LANDE)

„The only basic and comprehensive answer to the collosal harm that our present industrial system is causing to the global environment – harm that could lead to exterminationof all life on earth – is to replace it with a sustainable system, geared largeley to the non-polluting, life-enhancing products of the living world.“  (ROBERT HART, FORREST GARDENING)

„Die Landschaft einer Permakultur ist so gestaltet, daß ein Miteinander aller Lebewesen möglich wird. Nur so kann eine nachhaltige und stabile Landbewirtschaftung funktionieren. Alle vorhandenen Resourcen – seien dies nun Quellen, Teiche, Sümpfe, Felsen, Wald oder Gebäude – werden in die Planung einbezogen und genutzt. Wichtig ist, daß die Nutzung biotopgerecht erfolgt, was konkret heißt, daß die natürlichen Gegebenheiten, die sich an einem Standort finden, unterstützt und verstärkt werden. Eine biotopgerechte Nutzung erfolgt mit statt gegen die Natur. Das bringt den gewünschten Erfolg und erfordert den geringsten Energieaufwand.“ (SEPP HOLZER, SEPP HOLZERS PERMAKULTUR)

„Es wird viel darüber geredet, daß die Zukunft der kommenden Generation davon abhängt, wie wir heute mit unserer Erde umgehen. Es führt aber zu keiner Verbesserung unserer Welt, wenn wir nur darüber reden. Wir brauchen gemeinsame Veränderungen und Aktionen. Dazu kann jeder Einzelne in seinem persönlichen Umfeld beitragen. Wer einen Garten zur Verfügung hat, kann ihn so bewirtschaften, daß er ihn besser hinterlässt, als er ihn vorgefunden hat. Wie ist das möglich? Indem der Garten nicht danach gestaltet wird, was gerade Mode oder Trend ist, sondern indem die Natur als Vorbild dient, so, wie es früher vielfach in den bäuerlichen Hausgärten üblich war und in vielen Kulturen auch heute noch üblich ist. Auch das Konzept der Permakultur orientiert sich am Vorbild Natur. Ziel ist es, das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen rücksichtsvoll zu kombinieren und harmonische Lebensräume für alle zu schaffen.“  (MARGIT RUSCH, ANDERS GÄRTNERN)

„Permakultur ist ein System, mit dem wir auf der Erde existieren können, indem wir Energie verwenden, die natürlicherweise in Fluß und vergleichsweise unschädlich ist, und indem wir Nahrung und natürliche Ressourcen nutzen, die derart reichlich vorhanden sind, daß wir nicht fortwährend Leben auf Erden vernichten. Es sind bereits alle Methoden, schonend mit der Erde umzugehen und sie zu regenerieren, bekannt; jedoch ist nicht absehbar, daß irgendein Land oder eine große Zahl von Menschen bereit ist, die Wende zu vollziehen. Dennoch sind Millionen gewöhnlicher Leute dabei, dies ohne Unterstützung staatlicher Institutionen selbst in die Hand zu nehmen.“  (BILL MOLLISON, EINFÜHRUNG IN DIE PERMAKULTUR)

„Was kann man tun, wenn die Zeiten schwierig werden, die gemeinschaftlichen Institutionen nicht mehr richtig funktionieren und  – mögen Gott oder das gütige Schicksal es verhindern! – die Läden leer sind? Wenn unsere Künste nicht weiterhelfen, dann sind wir Menschen gut beraten, wieder auf den Boden zu kommen und uns mit der Erde zu verbinden. Der Erdboden ist tatsächlich der Boden unseren materiellen Daseins. Der Humus, der die Pflanzen spriessen, wachsen und fruchten lässt, ist die Mutter unserer materiellen Existenz. Wir sind Kinder der Erde.“ (WOLF-DIETER STORL, DER SELBSTVERSORGER)

„Eine traditionelle Milpa ist ein ausgezeichnetes Beispiel für Permakultur. Durch Beobachtung und Experimentierfreude ist es gelungen, mit einer Vielzahl an Pflanzenarten ein natürliche Pflanzengemeinschaft nachzuahmen, in der sich auch Tiere wohlfühlen und geduldet sind. In solch einer Pflanzengemeinschaft sind die Kulturpflanzen an den Standort angepasst und selbst Wildpflanzen werden integriert und genutzt. So können nicht nur Lebensmittel und Gewürze geerntet werden, sondern auch die ein oder andere Medizin. Der Boden wird mit dem organischen Material, das in der Milpa anfällt, bedeckt, zum Beispiel mit Pflanzenrückständen und Unkraut. Durch die dichte Bepflanzung und die Mulchschicht ist der Boden nie unbedeckt. Das verringert die Erosion und führt dem Boden organische Substanz zu. Des Weiteren reichern Holzasche und tierische Dünger den Boden mit Nährstoffen an. Nach der intensiven Nutzung kann sich der Boden erholen. In den Bäumen und Sträuchern, die dann gepflanzt werden (oder die sich von allein ansiedeln), werden Nährstoffe und Mineralien gespeichert. Nach mehreren Jahren bis Jahrzehnten, in denen der Wald genutzt wird, werden die Gehölze gezielt verbrannt, um ihnen die Nährstoffe wieder zu entlocken. Sie gehen in den Boden zurück und werden von den nährstoffbedürftigen Gemüsekulturen genutzt und dadurch nicht ausgewaschen.“ (NATALIE FASSMANN, DAS INDIANERBEET)

„Das Ziel eines guten Landschaftsplanes ist es, die Bedürfnisse des Landes sowie der Leute zu erfüllen. In unserem Kulturkreis ist es allerdings ein ungewöhnlicher Begriff die Bedürfnisse des Landes zu erfüllen. Für gewöhnlich benutzen wir das Land, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, statt beide als gleichwertige Partner in einem Joint venture zu betrachten. Diese Art zu Denken hat unszu der ökologischen Katastrophe geführt, mit der wir jetzt konfrontiert werden. Und wo könnten wir unsere Einstellung zum Land besser ändern als in unserem eigenem Garten?“ (PATRICK WHITEFIELD, DAS GROSSE HANDBUCH WALDGARTEN)